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Das Aufsteigen - den guten Reiter erkennt man beim Aufsteigen ...

Oft wird das Aufsteigen zur Nebensache - irgendwie kommt man schon rauf. Aber das Aufsteigen gehört durchaus zu den schwierigen Lektionen beim Reiten - sowohl für den Reiter, als auch für das Pferd. Wer sich mit enormem Schwung in den Sattel plumpsen lässt, von dem ist auch nicht zu erwarten, dass er beim Reiten sensible Hilfen gibt. Ein Pferd, das beim Aufsteigen nicht stillsteht, teilt seinem Reiter etwas mit. Es fehlt ihm (noch) an der nötigen Ausbildung oder es bestehen z.B. Zweifel an der Rangordnung. Vielleicht hat das Pferd aber auch körperliche Probleme oder Beschwerden.

Es ist schon etwas Wahres dran, wenn es heisst, den guten Reiter erkenne man bereits beim Aufsteigen. Am weitesten verbreitet ist beim Aufsteigen diejenige Technik, bei welcher der Reiter neben dem Pferd mit Blick in Richtung Pferdekruppe steht, seinen Fuss in den linken Steigbügel stellt und sich dann mit viel Elan in den Sattel schwingt. Bei dieser Art des Aufsteigens ist es besonders wichtig, weich in den Sattel einzusitzen, um dem Pferd nicht in den Rücken zu plumpsen. Es besteht außerdem die Gefahr, daß man dem Pferd unfreiwillig die linke Stiefelspitze in die Gurtlage stößt und damit eine vorwärtstreibende Hilfe gibt. Steht das Pferd vielleicht deswegen nicht still? Man sollteauch die einseitige Belastung des Pferdes durch das Aufsteigen von einer Seite berücksichtigen, was durchaus zu Problemen an der Muskulatur bis hin zum Skelett führen kann.

In anderen Reitweisen wird anders aufgestiegen. Oft steht der Reiter dann parallel neben dem Pferd und schaut in Richtung Pferdekopf. Er stützt sich mit der linken Hand am Pferdehals ab und greift mit der rechten Hand über die Sitzfläche hinüber, um den Sattel beim Aufsteigen nicht schief zu ziehen. Dann setzt er den linken Fuss in den Steigbügel und zieht sich durch Strecken des linken und gleichzeitiges Abstossen des rechten Beines hoch – d.h. er sitzt nicht gleich im Sattel, sondern steht erst einmal im Steigbügel. Jetzt kann der Reiter das rechte Bein sorgfältig über die Kruppe schwingen und weich in den Sattel einsitzen. Diese Art des Aufsitzens empfiehlt sich vor allem auch bei jungen Pferden und solchen, die beim Aufsitzen nicht ruhig stehen.

Wer übrigens - gerade bei grösseren Pferden - am liebsten von einem Strohballen, Schemel oder Brunnenrand aus in den Sattel steigt, sollte sich nicht um die spöttischen Bemerkungen seiner Reitkameraden kümmern – fürs Pferd ist dieses Aufsitzen mit Sicherheit angenehmer!

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